40 Jahre Zeichentrick-Duell: Filmations „Ghostbusters“ gegen „The Real Ghostbusters“

In diesen Tagen feiern zwei verblüffend ähnliche Zeichentrickserien ihr 40-jähriges Jubiläum. Filmations „Ghostbusters“ startete am 8. September 1986 und basierte auf einer heute kaum bekannten Live-Action-Serie aus den 1970er Jahren. Nur fünf Tage später, am 13. September 1986, folgte „The Real Ghostbusters“ als offizielles Spin-off des erfolgreichen Kinofilms von 1984. Dass beide Serien nahezu zeitgleich liefen, war ungewöhnlich und dürfte viele Zuschauer damals verwirrt haben. Hinter dieser Doppelkonstellation stand jedoch ein zähes Ringen um die Rechte am Namen „Ghostbusters“. Das Jubiläum ist daher ein idealer Anlass, die Geschichte hinter dieser kuriosen Parallelentwicklung zu erzählen.

The Ghost Busters (1975) – Die ursprüngliche Live-Action-Serie

„The Ghost Busters“ lief 1975 bei CBS und brachte es auf 15 Episoden. Forrest Tucker spielte Jake Kong, Larry Storch verkörperte Eddie Spencer, und Bob Burns steckte im Gorillakostüm von Tracy. Die Namen sind als bewusste Verweise auf das klassische Kino gewählt: „Spencer“ und „Tracy“ spielen auf den Schauspieler Spencer Tracy an, und „Kong“ – erstaunlicherweise nicht der Name des Gorillas – ist eine Hommage an King Kong.

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Tucker und Storch lieferten Slapstick, der an frühere Rollen der beiden anknüpfte. In jeder Folge bekam es das tollpatschige Trio mit Geistern und Monstern zu tun – von Dr. Frankenstein über Graf Dracula bis zum Roten Baron –, die stets im selben Spukschloss am Stadtrand auftauchten.

Produziert wurde die Live-Action-Serie von Filmation. Gedreht wurde im Eiltempo: Alle 15 Episoden entstanden in nur neun Wochen, fast im Zweitagesrhythmus. Die Quoten waren solide genug, um eine zweite Staffel zu rechtfertigen. Dennoch setzte Filmation andere Prioritäten, investierte lieber in lukrativeres Programm und stellte „The Ghost Busters“ nach nur einer Staffel ein. Wiederholungen liefen allerdings noch eine Zeit lang weiter.

Ghostbusters (1984) – Der Kinofilm

Der Kinofilm „Ghostbusters“ von 1984 markierte den kommerziellen Durchbruch des Konzepts. Die Horrorkomödie von Regisseur Ivan Reitman (Columbia Pictures) begleitet ein Team exzentrischer Parapsychologen in New York: Peter Venkman (Bill Murray), Ray Stantz (Dan Aykroyd), Egon Spengler (Harold Ramis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson). Gemeinsam gründen sie ein Geisterjäger-Unternehmen und sehen sich schließlich einer apokalyptischen Bedrohung gegenüber.

Die Mischung aus Slapstick-Humor, Spezialeffekten und ikonischen Figuren machte den Film zum Kultklassiker. Elmer Bernstein komponierte die Filmmusik, und Ray Parker Jr.s Titelsong stand drei Wochen lang an der Spitze der Billboard Hot 100. Der Erfolg ebnete den Weg für ein Franchise mit Serien, Figuren, Fortsetzungen, Videospielen, einem Reboot, Comics und vielem mehr.

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Hinter den Kulissen geriet „Ghostbusters“ jedoch zu einem Kraftakt zwischen kreativer Euphorie und juristischen Hürden. Schon während der Arbeit am Drehbuch von Dan Aykroyd und Harold Ramis zeichnete sich ab, dass der Titel rechtlich umkämpft war: Filmation hielt aufgrund der Live-Action-Serie von 1975 bereits die Rechte an einem nahezu identischen Namen, „The Ghost Busters“. Während in New York bereits mit improvisierten Straßenschildern und Requisiten gedreht wurde, kursierten im Team zeitweise Ausweichnamen wie „Ghoststoppers“, „Ghostblasters“, „Ghostbreakers“ und „Ghostsmashers“. Dass der Film am Ende dennoch als „Ghostbusters“ in die Kinos kam, war das Ergebnis zäher Verhandlungen. Columbia Pictures schloss eine Lizenzvereinbarung ab, zahlte Filmation 500.000 Dollar für die Namensrechte und räumte dem Studio 1 % der Gewinne ein.

1989 setzte „Ghostbusters II“ die ursprüngliche Geschichte direkt fort. Mit „Ghostbusters: Legacy“ (Ghostbusters: Afterlife) begann 2021 eine neue Ära: Egon Spenglers Enkelin entdeckt das Erbe der Geisterjäger. Daran schließt „Ghostbusters: Frozen Empire“ (2024) an, verlegt das Geschehen zurück in die ikonische New Yorker Feuerwache und bringt das alte und das neue Team im Kampf gegen eine heraufziehende Eiszeit zusammen. Zudem existiert mit „Ghostbusters“ (2016) ein Reboot als eigenständige Neuinterpretation mit weiblicher Besetzung, das nicht zur Hauptkontinuität zählt.

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Filmation’s Ghostbusters (1986) – Die animierte Fortsetzung der 1975er Serie

Der Erfolg des Kinofilms „Ghostbusters“ (1984) machte eine Zeichentrickserie naheliegend. Zugleich begann damit eine neue Runde im Ringen um den Namen. Die Lizenzvereinbarung von 1984 erlaubte Columbia zwar, für den Film einen ähnlichen Titel zu verwenden, nicht jedoch für eine animierte Serie. Filmation nutzte diese Lücke und produzierte parallel eine eigene Zeichentrickserie namens „Ghostbusters“, inhaltlich ein Spin-off der Live-Action-Serie von 1975. Den Vertrieb übernahm Tribune Entertainment.

Filmation produzierte die Serie unter der Leitung des Executive Producers Lou Scheimer. Typisch für das Studio wurden zahlreiche Budgettricks eingesetzt, darunter wiederverwendete Transformationssequenzen und recycelte Charakterdesigns aus der Serie „Groovie Goolies“. Zum Hauptcast der Synchronsprecher gehörten Pat Fraley, Peter Cullen, Lou Scheimer, Linda Gary, Susan Blu, Alan Oppenheimer und Erika Scheimer. Jede Episode endete mit einer kleinen Lektion.

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In der animierten Fortsetzung übernehmen Jake Kong Jr. und Eddie Spencer Jr., die Söhne der ursprünglichen Ghost Busters, gemeinsam mit Tracy, dem Gorilla, das Geisterjäger-Geschäft ihrer Väter. Von ihrem Hauptquartier „Ghost Command“, einem alten Haus zwischen Wolkenkratzern, aus treten sie gegen den finsteren Geisterzauberer Prime Evil und seine Schergen an. Prime Evil herrscht in seinem „Hauntquarters“ in der Fünften Dimension und schmiedet von dort aus Pläne, die Welt zu erobern. Unterstützung erhalten die Ghostbusters von sprechenden Gegenständen wie Ansabone (einem Schädeltelefon), Skelevision (einem Skelett-Fernseher) und Ghost Buggy Jr. (ihrem sprechenden Auto) sowie von der Zeitreisenden Futura aus dem 30. Jahrhundert.

Die Serie umfasste 65 Episoden und wurde in den USA vom 8. September bis zum 5. Dezember 1986 erstmals ausgestrahlt.

Begleitend zur Serie veröffentlichte Schaper 1986 eine eigene Spielzeuglinie zu „Filmation Ghostbusters“ (später teilweise unter Tyco fortgeführt). Sie umfasste Actionfiguren der Hauptcharaktere Jake, Eddie, Tracy, Futura und Jessica, mehrere Monster aus Prime Evils Umfeld (u. a. Prime Evil, Fangster, Haunter und Fib Face) sowie Fahrzeuge und Sets wie „Ghost Buggy“, „Time Hopper“, „Scare Scooter“, „Ghost Command“ und „Bone Troller“. Den Figuren lag jeweils ein Mini-Comic bei, der die Handlung der ersten fünf TV-Episoden stark komprimiert nacherzählte.

The Real Ghostbusters (1986-1991) – Das offizielle Spin-off des Films

„The Real Ghostbusters“ war das offizielle Zeichentrick-Spin-off zum Kinohit „Ghostbusters“ (1984). Weil Columbia Pictures Television die Namensrechte für eine Animationsserie nicht exklusiv sichern konnte, benötigte die Produktion einen abweichenden Titel. Das vorangestellte „Real“ sollte Filmations Serie klar abgrenzen und zugleich signalisieren, dass diese Version lose auf dem Film von 1984 beruhte.

Die Serie lief vom 13. September 1986 bis zum 5. Oktober 1991 auf ABC und entstand bei DIC Enterprises in Zusammenarbeit mit Columbia Pictures Television. Den Vertrieb übernahm Coca-Cola Telecommunications. Für die Animation beauftragte DIC mehrere Studios, darunter Wang Film Productions, TMS Entertainment und Toei Animation. Die Synchronaufnahmen fanden in Los Angeles statt, wobei die Sprecherinnen und Sprecher ungewöhnlicherweise gemeinsam im Studio standen, statt wie üblich einzeln aufzunehmen.

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Musik spielte in der Serie eine wichtige Rolle. Als Titelmelodie diente eine gekürzte Version von Ray Parker Jr.s ikonischem „Ghostbusters“-Song aus dem Film. Die Episodenmusik komponierten in den ersten fünf Staffeln Haim Saban und Shuki Levy, in Staffel 6 und 7 übernahmen Thomas Chase Jones und Steve Rucker die musikalische Untermalung.

„The Real Ghostbusters“ deutet Figuren und Schauplätze des Films von 1984 auf eigene Weise. Zwar übernimmt die Serie zentrale Charaktere, sie ist jedoch nicht als kanonische Fortsetzung angelegt. Stattdessen baut sie das Filmuniversum spürbar aus und entwickelt Figuren und Handlungsstränge konsequent weiter. Janine Melnitz rückt stärker in den Vordergrund, und der populäre Geist Slimer wird zum festen Sidekick des Teams. Inhaltlich passiert dabei so viel, dass der zweite Kinofilm darauf kaum Bezug nehmen konnte – die Serie steht deshalb weitgehend für sich. Insgesamt umfasst „The Real Ghostbusters“ sieben Staffeln mit 140 Episoden sowie 13 „Slimer!“-Kurzfolgen und wurde zu einem prägenden Teil des Ghostbusters-Franchise. Gleichzeitig brachte sie zahlreiche neue Ideen ein, darunter eine Vielzahl an Geistern und übernatürlichen Bedrohungen, denen sich die Ghostbusters in New York und darüber hinaus stellen.

„The Real Ghostbusters“ machte Columbias Geisterjäger endgültig zur familienfreundlichen Marke und gab dem Merchandising des Franchises einen entscheidenden Schub. Wie schon bei Filmations „Ghostbusters“ setzte man auch hier auf eine eigene Spielzeuglinie, die gezielt auf die Zeichentrickserie zugeschnitten war. Kenner brachte 1986 pünktlich zur TV-Premiere zunächst sechs Figuren samt Ausrüstung auf den Markt und baute das Angebot zunächst vor allem mit Plüschartikeln aus. In den Folgejahren wuchs die 3,75-Zoll-Reihe, getragen vom Erfolg der ersten Wave, kontinuierlich um weitere Figuren, Varianten, Fahrzeuge und Sets, darunter auch das Hauptquartier. Inhaltlich blieb die Linie eng an die Serie gebunden, bis sie 1991 aufgrund sinkender Verkaufszahlen und zunehmender Konkurrenz eingestellt wurde.

1997 entstand mit „Extreme Ghostbusters“ eine Fortsetzungsserie von Columbia TriStar Television und Adelaide Productions (40 Episoden, 1. September bis 8. Dezember 1997). Die Handlung setzt einige Jahre nach „The Real Ghostbusters“ an: Das Team hat sich mangels übernatürlicher Aktivitäten aufgelöst. Nur Egon ist im Feuerwehrhaus geblieben und unterrichtet inzwischen an einer Universität. Als die paranormalen Ereignisse wieder zunehmen, rekrutiert er vier Studierende als neues Team. Janine kehrt zurück und übernimmt die Leitung des Büros. Im Staffelfinale arbeiten die ursprünglichen Ghostbusters gemeinsam mit der jüngeren Generation an einem letzten Fall.

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Die Namenskonkurrenz und ihr Ausgang – (m)ein Fazit

Die parallele Ausstrahlung zweier Serien mit nahezu identischen Titeln und ähnlichen Konzepten dürfte das Publikum damals erheblich verwirrt haben. Entsprechend brachen die Spielzeugverkäufe von Filmations Serie ein. Produzent Lou Scheimer räumte später ein, es sei ein Fehler gewesen, eine Ghostbusters-Serie in direkte Konkurrenz zur deutlich populäreren Columbia-Produktion zu stellen. Zwar basierte Filmations „Ghostbusters“ auf der Live-Action-Serie von 1975, doch „The Real Ghostbusters“ führte die Geschichte eines längst etablierten Kinoerfolgs fort und setzte sich beim Publikum durch.

Als Kind mochte ich Filmations „Ghostbusters“ lieber. Das cartoonigere Setting und die Atmosphäre haben mich stärker angesprochen. Dass „The Real Ghostbusters“ insgesamt besser ankam, kann ich aus heutiger Sicht aber gut nachvollziehen. Die Serie lief fünf Jahre, prägte das Ghostbusters-Franchise nachhaltig und definierte seinen Ton für eine ganze Generation. Filmations „Ghostbusters“ ist dagegen, nicht zuletzt wegen der stark limitierten Animation, deutlich schlechter gealtert.

Gerade deshalb würde ich mir wünschen, dass Filmations „Ghostbusters“ noch einmal aufgegriffen wird – sei es als Remake oder als Fortsetzung. Kevin Smiths „Masters of the Universe: Revelation“ hat gezeigt, dass sich auch Stoffe aus der Filmation-Ära behutsam modernisieren lassen, selbst wenn die Originalserien unter ähnlichen produktionstechnischen Einschränkungen entstanden. Mit einer zeitgemäßen, aber respektvollen Neuinterpretation könnte das Konzept heute durchaus funktionieren.

Auch „The Real Ghostbusters“ bietet weiterhin Potenzial für eine Wiederbelebung. Mit „Ghostbusters: Legacy“ und „Ghostbusters: Frozen Empire“ hat das Franchise zuletzt zwei Filme erhalten, die an die ursprüngliche Filmreihe anknüpfen und zugleich eine neue Generation einführen. Tatsächlich ist mit „Ghostbusters: Night Shift“ bereits eine neue Animationsserie angekündigt, die 2027 erscheinen soll. Entwickelt wird sie von Jason Reitman und Gil Kenan für Netflix, koproduziert von Netflix und Sony Pictures Animation. Die Handlung soll 1994 spielen – also zwischen den klassischen Filmen und der neuen Generation, die 2021 mit „Ghostbusters: Legacy“ eingeführt wurde. Ob die Serie offiziell zum Kanon zählen wird, ist bislang noch offen.
Bleiben wir gespannt und neugierig, was die Zukunft für beide Reihen bereithält.

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